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Germanische Baustile

Im Folgenden versuche ich darzustellen, dass es sich bei den Baustilen der Romanik und der darauffolgenden Gotik um germanische Baustile handelte.

 

Die vorgotischen Baustile hießen ursprünglich unter anderem altdeutscher, lombardischer oder normannischer Baustil. Erst 1818 (!) wurden diese germanischen Baustile mit ähnlichen Baustilen unter dem Begriff Romanik zusammengefasst. Vor 1818 waren sie unter ihrem germanischen Namen bekannt.

 

Der Begriff Romanik wurde durch den französischen Kunsthistoriker Charles de Gerville erfunden. Der Begriff der romanischen Kunst vermittelte fortan den Eindruck, dass sich diese großartigen „romanischen“ Bauwerke/Baustile aus der römischen Architektur entwickelt hätten. Dies ist jedoch falsch, denn es waren überwiegend germanische Bauwerke/Baustile und diese hatten natürlich auch germanische Vorläufer-bauwerke.

 

Aus dieser ab 1818 Romanik genannten Zeit entwickelte sich die Epoche der Gotik. Die Gotik vollendete den hohen Hallenbau, und noch heute kann man diese zum Himmel strebenden Bauwerke mit ihren charakteristischen Spitzbögen und lichtdurchfluteten Innenräumen bewundern. Es kann kein Zufall sein, dass diese Innenräume noch heute Langhaus genannt werden. Das Langhaus war ja bekanntermaßen der Lebensmittelpunkt der Germanen zu Land.

 

Die Decken wurden als Kreuzrippengewölbe gebaut, und durch die Strebepfeiler konnte man das Mauerwerk schmaler halten. Es gehört nur wenig Fantasie dazu, sich hierbei die Säulen und lichteinlassenden Fenster als ehrendes Andenken an die ursprünglich unter Bäumen und freiem Himmel stattfindenden germanischen Thingversammlungen vorzustellen.

 

Der Name Gotik leitet sich von einem der größten germanischen Stämme ab, den Goten. Die Bezeichnung wurde von katholischen Baumeistern als Schimpfwort gewählt, um diesen Baustil zu verunglimpfen und abzuwerten. Die Gotik war für die Kirche im Gegensatz zur geliebten, antiken römischen Kunst ein barbarischer, teuflisch-heidnischer, schlechter Baustil. Diese negativen christlichen Bewertungen sind ein weiteres Indiz dafür, dass auch die Romanik, der Vorläuferbaustil der Gotik, wenig mit dem antiken römischen Reich zu tun hatte, sondern halt ein überwiegend germanischer Baustil war. Der Begriff Gotik wurde erstmals durch den italienischen Baumeister, Maler und Kunstschriftsteller Giorgio Vasari gewählt. Vasari war bezeichnenderweise Hofmaler der eng mit dem Papsttum verbandelten katholischen Familiendynastie der Medici.

 

Interessant ist auch die Bezeichnung eines schaurigen, düsteren Musikstils des Rock. Er heißt Gothic = gotisch auf Englisch.

 

Eine ähnliche Verunglimpfung wie den Goten widerfuhr dem großen germanischen Volk der Vandalen. 1794 führte die Kirche durch den Bischof von Blois, Henri-Baptiste Grégoire, den Begriff des  Vandalismus für mutwillige, blinde Zerstörungswut ein. Es lässt sich hieran wieder gut erkennen, dass die Kirche nichts mehr hasst und bekämpft als den freien germanischen Geist. Er ist ihr Todfeind. Germanische Errungenschaften verkauft sie natürlich im Nachhinein gerne als ihre Leistungen.

 

Symbolische Indizien:

Oftmals waren an gotischen Kathedralen Dämonen in Drachengestalt zu sehen. Sie zierten vor allem Taufbecken und Wasserspeier. Die deutsche Kirche in Stockholms ältestem Viertel Gamla Stan zeigt noch heute vier Drachen an den Ecken ihres Turmes. Für die Erbauer der Kathedralen waren es wohl Schutzsymbole. Auf Wasser zierten diese Drachen die Langschiffe der germanischen Wikinger. Zu Land schmückten sie eben die Fürsten-, Königs, und Versammlungshallen der Germanen, wie zum Beispiel die alten Stabkirchen in Norwegen. Jahrhunderte später findet man die Drachen natürlich auch an den „christlichen Gotteshäusern“.

Die Drachen als Wasserspeier an den Ecken des Daches der deutschen Kirche in Stockholm.

 

Sprachliche Indizien:

Der christliche Begriff für das Kirchenschiff lautet Basilika. Das ist griechisch und heißt auf deutsch „Königshalle“.

 

Der Raum im vorderen Bereich der Kirche heißt Chor. Die heidnischen Germanen werden in ihren Versammlungshallen sicherlich auch ausgiebig Feste gefeiert und Vorführungen aufgeführt haben. So erstaunt es nicht, dass Chor aus dem griechischen übersetzt „tanzende Schar" heißt.

 

Interessant ist auch, dass mit dem Einsetzen der Gotik vielfach Nikolai Kirchen entstehen. Nikolai bedeutet „Sieg des Volkes“. Gab es ab dem Jahr 1130 eine germanische Befreiungs-bewegung  und die Kirchen wurden wieder zu dem, was sie ursprünglich waren, nämlich Versammlungs- und Veran-staltungszentren der Germanen? Hat die Kirche dann später diese Begriffe verhunzt, um die Erinnerung an diesen ersten Abfall vom christlichen Glauben auszulöschen?

 

Die heutigen Hallenkirchen sind germanischen Ursprungs. Sie haben eine durchgehende bauliche Entwicklung vollzogen. Diese begann mit den Thingversammlungen unter Bäumen (Naturhallen) und ging über die hölzernen germanischen Fürsten-, Königs- und Versammlungshallen hin zu den „romanischen“ Kirchen. In den gotischen Kathedralen, den hohen Hallen, wurde die bauliche Entwicklung vollendet. 

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