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Der Wegweiser!

Im Kampf der heidnischen Germanen gegen die Christianisierung war während der Sachsenkriege Weking der entscheidende Mann gewesen. Im  Artikel „Weise Wikinger!“ habe ich versucht zu belegen, dass sich der Name Wikinger von diesem Sachsenfirst ableitet. Nach seinem Verschwinden aus den Geschichtsquellen um das Jahr 785 tauchen plötzlich die Wikinger auf und verbreiten Angst und Schrecken. Schauen wir uns nun an, ob die Wikinger in den folgenden Jahrzehnten im Sinne Wekings gehandelt haben und seinen Abwehrkampf gegen die Christianisierung quasi fortgesetzt haben.

 

Vorab folgendes zum besseren Verständnis:

Die Christianisierung der germanischen Völker erfolgte nicht, wie man eigentlich annehmen müsste, von Rom her, sondern von den britischen Inseln, insbesondere von Irland, aus. Die eifrigsten Missionare waren iro-schottische Mönche, die ihre Ausbildung in den dortigen geistlichen Zentren erhielten. Diese sogenannten Mutterklöster waren der Ursprung der Missionierung West- und Mitteleuropas. Von hier aus gingen die Mönche über den Ärmelkanal und verbreiteten ihre Religion. Eine Christianisierung über die Nordsee hat dagegen niemals stattgefunden. Das heißt, dass die Kontrolle über die Nordsee in diesen Jahrhunderten in den Händen der Germanen gelegen haben muss. Ein weiteres Indiz dafür ist, dass die Nordsee auf historischen Karten als Oceanus Germanicus, German Ocean oder Mer d`Allemagne bezeichnet wird.

Wie sieht nun das Vorgehen der Wikinger aus? 793 treten sie erstmals in die Geschichte ein. Ohne Vorwarnung tauchen sie am Horizont der Nordsee auf und überfallen mit ihren schnellen, hochseetauglichen Langschiffen das nordenglische Mutterkloster Lindisfarne. Das Kloster wird niedergebrannt und die Mönche erschlagen. Zwei Jahre später erleidet das schottische Mutterkloster Iona das gleiche Schicksal wie Lindisfarne. 799 plündern Wikinger das Kloster St. Philibert auf der Insel Noiremontier. Die Insel Noiremontier mit ihrer Klosteranlage südlich der Loire Mündung, die den alten Handelsweg von Irland am Kanal vorbei ins Frankenreich sicherte, war ein wichtiger Umschlagsplatz für den christlichen Handel. Das Kloster wird in den folgenden Jahren mehrmals geplündert, schließlich besetzt und zu einem Wikinger Stützpunkt umgebaut. Damit war der Westweg der Missionare von Irland nach Gallien unterbrochen. Es folgten Züge gegen die an der Loire liegenden christlichen Zentren Nantes und Tours. Die Kathedrale von Nantes wird 843 zerstört und ein Gemetzel unter den Geistlichen angerichtet. Die legendäre Abtei Saint-Martin de Tours weiter flussaufwärts, wo der heilige Martin verehrt wurde, wird 856 ein Opfer der Wikingerwut, ebenso wie alle in Tours befindlichen Kirchen. Weitere Kathedralsstädte wie Bayeux, Noyon und Beauvais werden zerstört.

Der berühmteste Vorsteher der Abtei von Tours war Alkuin, die rechte Hand Karls, gewesen. In der Kathedrale von Noyon war 768 Karl zum König der Franken gekrönt worden. Er war der härteste Widersacher Wekings in den Sachsenkriegen. Die Angriffe der Wikinger auf diese beiden christlichen Zentren haben somit einen starken Bezug zur Lebensgeschichte Wekings. Die Orte werden für Karl und Alkuin eine hohe Bedeutung gehabt haben.

Doch es bleibt nicht nur bei Angriffen auf Klöster und Kirchen. Die Wikinger gründen das Nordmannreich, die heutige Normandie, und setzen sich am Ärmelkanal fest. Auf den britischen Inseln gehen die Wikinger genauso gezielt vor wie auf dem Festland. Nach Lindisfarne und Iona werden strategisch wichtige Inseln in Richtung Irland besetzt. Nach den Orkaden werden die Hebriden, sowie die wichtigste Insel in der Irischen See erobert. Sie geben der Insel den Namen Man in Anlehnung an die alte germanische Schutzrune Man. Mit der Insel Man hatten die Wikinger nun einen wichtigen Außenposten direkt vor der Haustür des Feindes. Von hier aus wurden die Angriffe auf das Innere Irlands ausgeweitet. Auch auf den britischen Inseln kommt es zu Reichsgründungen, wie zum Beispiel Dublin oder das Danelag.

Wie war es den Wikingern möglich gewesen über hunderte von Seemeilen punktgenau ihre Schiffe an die oben genannten Orte zu steuern? Woher hatten sie diese navigatorischen Fähigkeiten? Wekings Heimat war Ostwestfalen in Sachsen. Der kultischen Mittelpunkt Ostwestfalens waren die Externsteine. In den Externsteinen findet man noch heute, obwohl von Karl zu Beginn der Sachsenkriege zerstört, zahlreiche astronomische Ausrichtungen. In dem Dorf Oesterholz westlich der Externsteine gibt es eine eigenartige Wallanlage, die heute ein sozialtherapeutisches Wohnheim, den Sternhof, beherbergt. Wilhelm Teudt hatte diese Anlage erforscht und festgestellt, dass die sie umgebenden Wallanlagen und Mauern ebenfalls exakt astronomisch ausgerichtet sind. Weking als First wird dort und an den Externsteinen mit Sicherheit Einiges über die Himmelsgestirne gelernt haben. Ich vermute, er wird dieses Wissen mit nach Dänemark genommen haben, wo er sich während der Sachsenkriege schon öfter mal aufgehalten hatte. Von hier aus organisierte er weiteren Widerstand und wird den Seekrieg über die Nordsee als Möglichkeit entdeckt haben, wobei ihm seine Kenntnisse über die Stellungen von Sonne, Mond und Sterne natürlich zu Gute kamen. Wekings Wissen wird das wichtigste Werkzeug der Wikinger bei der Steuerung ihrer Schiffe über die Wellen der Nordsee gewesen sein.

Der zerstörte Sonnenbeobachtungsraum im Turmfelsen der Externsteine in einer aktuellen Ansicht.

 

Zusammenfassend möchte ich festhalten:

-Der Name Weking hat eine starke Übereinstimmung mit den Namen Wikinger/Viking.

-Die Wikinger treten in die Geschichte ein, als Weking verschwindet.

-Weking hielt sich zeitweise in Dänemark auf.

-Die Wikinger zerstören die christlichen Zentren, die so viel Unheil über Wekings sächsische Heimat gebracht  haben. Einige der angegriffenen Orte hatten für die Widersacher Wekings eine besondere Bedeutung.

-Die Wikinger versuchen das Mutterland der Christianisierung Sachsens, die britischen Inseln, durch strategische Besetzungen und Gründungen von Reichen, vom Festland abzuschneiden.

-Der Abwehrkampf erfolgt über See, was astronomisches Wissen erfordert. Die Externsteine und der Sternhof im sächsischen Ostwestfalen, Wekings Heimat, drängen sich als astronomischer Schulungsort auf.

 

Wenn man einmal den Schlüssel gefunden hat, dass die Wikingerangriffe nämlich nichts anderes als die Fortsetzung des germanischen Abwehrkampfes gegen die Christianisierung  waren, machen ihre militärischen Aktionen auf einmal Sinn. Es waren keine planlosen Raubzüge, sondern strategische Meisterleistungen, wobei Weking der Wegweiser der Wikinger gewesen ist.

 

Wer sich für die Geschichte Wekings und der Wikinger interessiert, dem empfehle ich das Buch „Gesetze der Freiheit - Der Germanische Geist“. Es ist in vielerlei Hinsicht ebenfalls ein Wegweiser.

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