ToGü-Verlag
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Hexe Hamer!

Kennen Sie das Hexeneinmaleins aus Goethes Faust? Mephisto führt Faust in die Hexenküche, um ihm dort von einer Hexe einen Verjüngungstrunk brauen zu lassen. Die Zauberformel lautet:

 

Du mußt verstehn!

Aus Eins mach’ Zehn,

Und Zwei laß gehn,

Und Drei mach’ gleich,

So bist Du reich.

Verlier’ die Vier!

Aus Fünf und Sechs,

So sagt die Hex’,

Mach’ Sieben und Acht,

So ist’s vollbracht:

Und Neun ist Eins,

Und Zehn ist keins.

Das ist das Hexen-Einmal-Eins!

 

Man kann über das Hexeneinmaleins endlos philosophieren und am Ende ist man genau so schlau wie vorher. Generationen von Menschen haben sich darüber den Kopf zerbrochen, und unzählige haben entnervt aufgegeben. Dabei lässt Goethe in der Szene Mephisto eindeutig sagen, um was es sich bei dem Hexeneinmaleins handelt. Mephisto erklärt, dass  es ein „vollkommender Widerspruch“ ist, „geheimnisvoll für Kluge wie für Toren“. Man „schwätzt und lehrt“ diesen Unsinn und verbreitet mit seiner Hilfe „Irrtum statt Wahrheit“. Nähern wir uns unter diesem Gesichtspunkt einmal dem Begriff der Hexe und unserer heutigen aufgeklärten Zeit.

Wie sieht das klassische Bild einer Hexe aus? Hexen sind in der Regel vom Teufel besessene Frauen, die vorzugsweise auf Besen durch die Luft reiten. Sie sind hässliche alte Weibsbilder, welche die Fähigkeit der Weissagung und Wahrsagerei besitzen. Eines ihrer liebsten Arbeitsgeräte ist der Hexenkessel, in dem sie allerlei zusammenbrauen. Begleitet werden sie meist von schwarzen Tieren wie Katzen oder Raben. Sie gelten als das Böse überhaupt und sind in der Lage, mittels Zauberei anderen Menschen Schaden zuzufügen. Wenn es im Mittelalter z.B. irgendwo hagelte, ging man davon aus,  dass eine Hexe dies durch einen Schadenszauber verursacht hatte. Die männliche Bezeichnung ist der Hexer. Alles, was sie gerade gelesen haben, ist im Grunde nichts anderes als die Wahrheit über Hexen. Nur was haben Sie gerade gelesen? Ich will es aus germanischer Sicht erläutern.

-Der Begriff Hexe leitet sich von dem Wortteil hag ab. Im Althochdeutschen heißt Hexe hagzissa/ hagazussa. Im englischen heißt Hexe unter anderem hag, im dänischen heks. Der Wortstamm Hag hat die Bedeutung von Umzäunung/Gehege. Die Hagen Bezeichnungen sind daher massenhaft in unseren Flurnamen zu finden. Auch die Hecke hat hier ihren Ursprung. Die Hag-Worte leiten sich von der germanischen Mutterrune Hagal ab. Hagal wird als Mutterrune bezeichnet, da in ihr alle anderen Runen enthalten sind. Die Hagal Rune hegt das Wissen aller Runen und schließt sie beschützend in sich ein. Die Mutterrune symbolisiert somit Wissen, Weisheit und Schutz. Nirgendwo fühlen sich Kinder behaglicher und sicherer als umarmt auf dem Schoß ihrer Mutter.

Die Rune Hagal.

 

-Was ist dem Begriff nach eine Wahrsagerin? Es ist jemand, der die Wahrheit sagt. Und der Begriff Weissagung bedeutet, dass etwas Weises gesagt wird. Selbstverständlich werden die die Natur beobachtenden germanischen Frauen und Männer unter anderem auch Wettervorhersagen gemacht haben. Wetterbeobachtungen werden sogar unerlässlich gewesen sein für das bäuerlich bestimmte Leben der germanischen Stämme. Ein heutiger Bauer schaut mehrmals täglich auf seine Wetter App.

-Wie ich in den Hunnen Artikeln schon dargelegt habe, ist der Kessel ein Kultgefäß der Germanen gewesen. In diesen Hexenkesseln wurde Wäsche gereinigt, Wasser und Essen gekocht oder mit Hilfe von Kräutern heilkräftige Salben und Pulver hergestellt. Der Begriff der Kräuterfee rührt hierher. Sprachlich ebenfalls interessant ist die Hundsrose, eine Heckenrose, deren Frucht die Hagebutte ist. Vielleicht hat die Hundsrose eine Verbindung zu dem germanischen Hundertschaftsführer, dem Hunno.

-Der oberste Gott der Germanen ist Odin. Er gilt als Gott des Zaubers und der Weisheit. Um mehr Weisheit zu erlangen, hat er sogar ein Auge geopfert. Treue Begleiter Odins sind die zwei schwarzen Raben Hugin und Munin. Sie berichten ihm täglich von den Vorgängen in der Welt, was ihn zum Allwissenden macht. Es ist daher nur logisch, dass Raben bei den Germanen als heilige Tiere galten. Der christliche Aberglaube machte aus diesen schlauen Tieren das komplette Gegenteil. Rabeneltern und Rabenmutter sind Begriffe, die noch heute davon zeugen, wie diese Tiere verteufelt wurden. Auch das Geheimnis der Runen blieb Odin nicht verborgen.

-Odins Frau heißt Frigg/Frija. Frigg/Frija weist viele Parallelen zu der bedeutendsten nordischen Göttin Freia auf, so dass die beiden oftmals gleichgesetzt werden. Freia ist die Lehrerin des Zaubers und gilt als Herrin der Katzen. Sie und Odin führen in den winterlichen Raunächten die wilde Jagd an und reiten dem Heer der toten Seelen und Geister voraus. Sowohl bei dem bedeutendsten Gott und bei der bedeutendsten Göttin in der nordischen Mythologie finden wir somit auffällige Eigenheiten (Raben, Katzen, Weisheit, Zauber, Luftreiter), die sie als Hexen/Hexer ausmachen würden.

Raben und schwarze Katzen, treue Begleiter der Hexen.

 

Man kann also zusammenfassend sagen, dass Hexen bei den Germanen Frauen waren, die eine bevorzugte Stellung gehabt haben müssen. Ihr Wissen war im täglichen Leben gefragt und sie wurden als Ratgeberinnen geschätzt. Etwas, wovon ja schon Tacitus berichtete und was ihm als Römer nur schwer begreiflich war.  Als naturverbundene Frauen war diesen Frauen die Gut-Böse Denke unbekannt und zuwider, da es in der Natur dieses Prinzip nicht gibt. Im Bewusstsein ihrer Stellung werden sie sich mit heiligen Tieren wie Raben oder schwarzen Katzen umgeben haben. Ihr Wissen über die Runen spiegelt sich in den vielen germanischen Frauennamen wie Heidrun, Gudrun, Sigrun, etc. wieder. Diese weisen Frauen als Träger der germanischen Kultur waren ein gefährlicher Gegner des Christentums. Es verwundert daher nicht, dass man in Golthers Buch „Germanische Mythologie“ bei der Hexenbeschreibung Sätze findet wie: „Die Hexe schwor Gott und Christum ab.“ oder „Alles zielt auf Verhöhnung und Schändung der christlichen Ritualien.“ Es liegt auf der Hand, dass die Kirche mit dem Prinzip des Hexeneinmaleins aus diesen Frauen wieder einmal das Gegenteil gemacht hat. Und so entwickelten sich Begriffe wie die Rabeneltern oder der Aberglaube von den Unglück bringenden schwarzen Katzen. Und wenn eine Frau ihrem Dorf riet, die Tiere von der Weide zu holen, weil es bald einen Wetterumschwung geben würde, dieser dann auch tatsächlich eintrat, hatte sie zwar die Wahrheit gesagt, landete aber als Wahrsagerin, die einen Schadenszauber getätigt hatte, auf dem Scheiterhaufen.  

Weiteres :

-Zauberer/Hexenmeister heißt auf Englisch Wizard. Wizard bedeutete im 15. Jahrhundert noch weiser Mann/Wissender. Der Begriff leitet sich vom althochdeutschen Wizago=Weissagung ab.

-Das im Niederdeutschen sowie im Friesischen gebrauchte Verb wikken hat die Bedeutung von wahrsagen. Ein anderes Wort für Hexe in diesen Sprachen ist die Wickersche. Die männliche Form lautet Wikker. Im englischen gibt es neben dem Begriff Wizard auch den Begriff Wicca. Die weibliche Form lautet witch. Die Verwandtschaften sind nicht zu übersehen. Jakob Grimm leitet diese Wörter von dem germanischen Stammwort Wih=Heiligtum ab. Wie auch immer, den Begriffen wurde definitiv eine neue Bedeutung gegeben. Aus einer ursprünglich weisen, wissenden Frau wurde auch hier wieder durch Wirrungen und Lügen ein böses Ungeheuer geschaffen.

-Der berühmte Hexentanzplatz von Thale im Harz ist ein alter sächsischer Kultplatz. Er wird von dem Sachsenwall umgeben. Ein weiterer Kultplatz im Harz ist der Brocken, auch Blocksberg genannt. Er gilt als der Hexentanzplatz schlechthin. Er ist gleichzeitig eine astronomische Landmarke. So kann man zum Beispiel von der Wallburg in Gehrden bei Hannover aus, zur Wintersonnenwende die Sonne zwischen Brocken und Wurmberg aufgehen sehen. Auf dem Wurmberg führt die Hexentreppe, die im 19 Jahrhundert noch Heidentreppe hieß. Bezüglich der kultischen Bedeutung der Wallanlagen verweise ich auf meinen Ach-Artikel Walpurgis.

 

Aufgrund der Idee von der Hexerei wurden europaweit unzählige Menschen bestialisch gequält, gefoltert und lebendig verbrannt. Besonders hervorgetan bei dieser Raserei hat sich wieder einmal die katholische Kirche mit ihrem Stellvertreter Gottes, dem Papst. Auf der päpstlichen Hexenbulle „Summis Desiderantes“ baute der Hexenhammer auf, welches das dunkelste Kapitel des Mittelalters einleitete. Mit Hilfe dieses grausamen Buches schuf die Kirche ein unüberschaubares, unentwirrbares Durcheinander, eben einen Hexenkessel, aus dem unbequeme, anders denkende Menschen problemlos entsorgt werden konnten. Die Liste der auf den Scheiterhaufen gelandeten Persönlichkeiten, die es wagten, die Meinungshoheit der Kirche zu hinterfragen, ist lang. Es ist schon erstaunlich, was eine fixe Idee, Angst und Kadavergehorsam alles an üblen Taten aus einem Menschen herausholen kann, wobei diese Taten anschließend auch noch als völlig normal und notwendig angesehen werden.

Sie mögen sagen gut, das war halt das grausame Mittelalter und in unserer modernen Welt kann so etwas nicht mehr passieren? Weit gefehlt! Diese religiöse Gut-Böse-Denke ist eins zu eins von der modernen Medizin übernommen wurden. So gibt es das gute und das böse Cholesterin, den gutartigen und den bösartigen Krebs, usw. Der Krebs hat die Rolle der Hexe übernommen mit der Konsequenz, dass man alles, was von der Lehrmeinung als böse definiert wird, als teuflisch ansieht. Es wird mit den abenteuerlustigsten Therapien bekämpft und auszurotten versucht. So konnte man vor einiger Zeit in der Zeitung lesen, dass es in einem Krankenhaus in Hannover zu einem Anschlußfehler bei einer Chemotherapie gekommen war. Die Flüssigkeit tropfte dem Patienten auf die Bauchdecke und verätzte diese. Das Mittel verätzt zwar die Bauchdecke, soll den Patienten im Inneren seines Körpers aber heilen. Aufgrund der gleichen Denkweise hatte man den Hexen im Mittelalter Unmenschliches angetan. Man wollte ihre Seele läutern. Und genau wie damals, hält heute die große Masse der Menschen diese Verrücktheit für normal, da sich andernfalls das Böse immer weiter ausbreitet.

Autoritäten verbreiten diese Widersprüchlichkeiten und man lauscht gebannt ihren intellektuellen Ausführungen ohne zu hinterfragen. Am Ende der Hirnwäsche ist man überzeugt davon, dass die einzige Rettung die Krebsbekämpfung bringen kann. Andere Ansätze werden zwar geduldet, aber nur solange sie den Scheiterhaufen nicht in Frage stellen, denn das würde zu Unannehmlichkeiten für die Herrschaft führen.

Nun hat Dr. Hamer die Ursache für die Zellveränderungen und Funktionsausfälle im Körper entdeckt. Mit diesem Wissen kann man nicht nur weise Ratschläge erteilen, sondern auch wahre Voraussagen treffen, die im Extremfall dem Menschen sogar das Leben retten können. Er hat die alte germanische Hexerei wiederentdeckt. Und genau wie über unsere weisen Vorfahren kübelweise Wirrwarr verbreitet wurde, damit man das Vorgehen gegen sie akzeptierte, wird es in der Gegenwart erneut getan.

Ein Irrgarten.

 

Eindeutig erkennt man wieder das Prinzip des Hexeneinmaleins. Verwirren, Lügen, intellektuell schwätzen und soviel Unsinn über die Germanische Heilkunde erzählen, so dass keiner mehr durchblickt. Was hilft dagegen? Das Einzige was hilft, ist das Aussprechen der Wahrheit, immer und immer wieder. Die Wahrheit verhagelt Aberglaube, Dogmen und Ideologien. Auch das hat uns Goethe schon vor 200 Jahren mitgeteilt. Er sagte:

„Man muss das Wahre immer wiederholen, weil auch der Irrtum um uns her immer wieder gepredigt wird, und zwar nicht von einzelnen, sondern von der Masse. In Zeitungen und Enzyklopädien, auf Schulen und Universitäten, überall ist der Irrtum oben auf, und es ist ihm wohl und behaglich, im Gefühl der Majorität, die auf seiner Seite ist.“

Besinnen Sie sich auf ihre Wurzeln und auf Mutter Natur. Nicht nach ihren Gesetzen zu leben ist sinnlos. Werden Sie zu Hexen und verzaubern Sie die Welt mit dem wahren Hexenham(m)er. Danke Hexe Hamer!

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